28.06.2026
Entstehungsgeschichte der kirchlichen Bibliothek
Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Büchersammlung zu einer der großen kirchlichen Bibliotheken in Deutschland heran. Eigentümer dieser besonderen und wertvollen kirchlichen Bibliothek ist der Kirchenkreis Erfurt.

Die herausragende kirchliche Bibliothek wurde im Jahr 1646 als Dienstbibliothek der evangelischen Pfarrerschaft Erfurts, des „Evangelischen Ministeriums“, gegründet. Aufgrund geringer finanzieller Mittel war sie nicht nur auf (verpflichtende) Büchergaben der Erfurter Pfarrer, sondern auch auf die Unterstützung durch wohltätige Gönner und Stifter angewiesen. Die ursprünglich aus finanzieller Not geborene Praxis der verpflichtenden Abgaben der Erfurter Pfarrer (heute noch gültig) sowie auch die Praxis der großzügigen Schenkungen stellt sich aus heutiger Sicht als großer Gewinn dar. Dadurch wurde die Ministerialbibliothek in einzigartiger Weise zum Spiegel der vielfältigen Interessen der Gönner und Stifter im Wandel der Zeit. Deren Bedeutung reicht weit über das Gebiet der Theologie hinaus. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Büchersammlung zu einer der großen kirchlichen Bibliotheken in Deutschland heran. Sie umfasst heute rund 60.000 Bände aus acht Jahrhunderten. Dazu gehört ein umfangreicher Altbestand: ca. 13.000 Handschriften und Drucke aus der Zeit vor 1850. Inhaltlich sind neben der Theologie nahezu alle Wissensdisziplinen vertreten. Die Bestände stellen ein Kulturgut von hohem Wert dar und sind sowohl für die lokale als auch die überregionale historische Forschung von großem Interesse.