27.11.2025
12. Tagung der XVII. Kreissynode am 14. November 2025

Die 12. Tagung der XVII. Kreissynode fand im Johannes-Lang-Haus in Erfurt statt - zum letzten Mal in dieser Wahlperiode. „Kirche im Wandel“, dies hätte die Überschrift über der Tagung sein können. Nach den Gemeindekirchenratswahlen im Herbst dieses Jahres wird die neue Synode erstmalig am 14. März 2026 zusammenkommen.

Hinter der Kreissynode liegen fünf Jahre, die von der Corona-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und einem deutlich wahrnehmbaren Rechtsruck in der Gesellschaft geprägt waren. Darauf ging der Senior des Kirchenkreises, Dr. Matthias Rein, in seinem Bericht ein. Die genannten Krisen hatten und haben ganz praktische Auswirkungen auf die Arbeit der Kreissynodalen. So ging die Zahl der Gottesdienstbesuche während der Corona-Pandemie deutlich zurück. Nach wie vor ist das Niveau der Gottesdienstbesuche aus Vor-Corona-Zeiten nicht wieder erreicht.
Der in der Gesellschaft zur verzeichnende Rechtspopulismus macht auch vor der Kirche nicht halt. Senior Dr. Matthias Rein konstatierte in seinem Bericht, dass es auch im Kirchenkreis ein breites politisches Meinungsspektrum gebe - nicht selten stelle dies die Kirchengemeinden vor Herausforderungen. Dessen ungeachtet gelte es, miteinander im Gespräch zu bleiben. Gleiches gelte auch für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dem Gaza-Konflikt.
Viel Raum in Reins Bericht nahm das Thema „Glaubensweitergabe“ ein. Wie kann es gelingen, in der Familie sowie in Kitas und Schulen Glauben vorzuleben und Menschen, gleich welchen Alters, für den Glauben zu begeistern? Hier geht der Kirchenkreis zum Teil neue Wege. So zum Beispiel mit den sommerlichen Tauffesten, an denen jedes Jahr hunderte Menschen teilnehmen. Oder mit der Kirchenmusik, die viele Menschen in ihren Bann zieht - als Aktive in den zahlreichen Chören oder als Zuhörer von Aufführungen und Konzerten. Die „Kirche kunterbunt“ ist ein neues, niedrigschwelliges Angebot für junge Familien, das gut angenommen wird. Positiv sei auch, dass viele Bauvorhaben erfolgreich realisiert wurden, so zum Beispiel die Sanierung des Innenraums der Erfurter Kaufmannskirche und der Bau eines neuen Kindergartens in Frienstedt.
Viel Raum bei der Tagung nahm das Thema Finanzen ein. Die finanzielle Situation des Kirchenkreises ist angespannt, nicht zuletzt wegen einer Vielzahl von Kirchenaustritten. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf den Stellenplan des Kirchenkreises. Nach Berechnungen des zuständigen Stellenplanausschusses muss der Kirchenkreis wegen zurückgehender Einnahmen bis 2031 fast sieben Stellen einsparen. Der neuen Synode wurde die Bildung eines Strukturausschusses empfohlen, der Vorschläge erarbeiten soll, wie die notwendigen Einsparungen beim Stellenplan praktisch umgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang betonte Senior Matthias Rein, dass man auch über das Netz der Pfarrstellen neu nachdenken müsse. Schon im kommenden Jahr würden erste Sparmaßnahmen beim Personal, besonders bei den Sonderpfarrstellen umgesetzt. Kritik an diesen Überlegungen äußerte Dr. Björn Starke, als Geschäftsführer des Christophoruswerkes Mitglied im Kreisdiakonieausschuss. Er warf die Frage auf, wie man „Kirchenferne“ angesichts der Sparmaßnahmen beim Personal künftig erreichen wolle. Der Entwurf des Stellenplans von 2026 bis 2031 wurde schließlich mehrheitlich angenommen.
Beschlossen wurde auch der Haushaltsplan des Kirchenkreises für das Jahr 2026. Der Haushalt hat ein Volumen von fast 11 Millionen Euro und schließt mit einem leichten Plus im Jahr 2024. Dennoch stellen die zusätzlichen Kosten, die z.B. für die Sanierung des Daches im Johannes-Lang-Haus anfallen, eine finanzielle Herausforderung für den Kirchenkreis dar. So ist der Strukturfonds des Kirchenkreises, der für finanzielle Engpässe vorgesehen ist, fast ausgeschöpft.
Weitere Themen auf der Tagesordnung waren die angestrebte Bildung eines Kirchenkreisverbandes mit dem neuen Kirchenkreis Weimar-Apolda, die Fusion des hiesigen Kreiskirchenamtes mit dem Kreiskirchenamt in Eisenach im kommenden Jahr, die Neuordnung der Zuständigkeit der Grundstücksverwaltung und die Vorstellung erster Überlegungen für das neue Gesangbuch der EKD. Der bei der Synode anwesende neue Klimaschutzmanager des Kirchenkreises, Jonas Neubert, rief die Synodalen dazu auf, sich mit ihren Anliegen an ihn zu wenden.
Die nächste Synode konstituiert sich am 14. März 2026 - dann mit neuen Synodalen und der Wahl des neuen Präsidiums.




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Die Synode des Kirchenkreises Erfurt  Kirchenkreis Erfurt/ Greim Blick in den Altarraum der Thomaskirche  Kirchenkreis Erfurt/ Greim Der Präses der Kreissynode, Dr. Urich Born.  Kirchenkreis Erfurt