18.07.2026
"Buntes, friedliches und engagiertes Fest": Kirchenkreis Erfurt schaut positiv auf das Wochenende 4./5. Juli

Ein positives Resümee zieht der Ev. Kirchenkreis Erfurt nach dem Protest-Wochenendes vom 3. bis 5. Juli in Erfurt. „Wir haben ein buntes, friedliches und engagiertes Fest der Demokratie erlebt, das von einem breiten Bündnis der Zivilgesellschaft gestaltet wurde. Das war ein starkes Zeichen für Offenheit, Respekt vor dem anderen und sachlichen Diskurs“ – so die Leitung des Kirchenkreises.
 

Seit Februar 2026 bereiteten Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen und Kirchenkreis das „Fest der Demokratie“ am ersten Juliwochenende in Erfurt vor - eine Antwort der Erfurter und bundesdeutschen Zivilgesellschaft auf den Bundesparteig der AfD. Der Kreiskirchenrat schloss sich dem Aufruf der vier Thüringer Bundestagsabgeordneten „Erfurt - Stadt der Vielfalt, Verantwortung und Demokratie“ sowie des Bündnisses „Zusammenstehen 2.0“ an. Kirchenvertreter arbeiteten in den Vorbereitungsgremien mit. Im Mittelpunkt des kirchlichen Engagements standen Friedensgebet und Lichterkette auf dem Gothaer Platz am Freitagabend, offene Kirchen, ein Ökumenischer openair-Gottesdienst auf dem Anger mit Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler und Weihbischof Dr. Reinhard Hauke und die Podiumsdiskussion zum Aufruf der vier Bundestagsabgeordneten am Samstag sowie ein Gottesdienst zur Menschenwürde in die Predigerkirche am Sonntag.
Am Freitagabend fanden in der Andreaskirche Informationsveranstaltungen für 1500 Teilnehmende aus dem Bündnis "Widersetzen" in ausgesprochen friedlicher Atmosphäre statt. Pfarrerinnen mahnten in geistlichen Worten zur Gewaltfreiheit.
Pfarrerin Tabea Schwarzkopf sprach als Vertreterin des Kirchenkreises zur Eröffnung der Großkundgebung am Samstag auf dem Messeparkplatz. Cyriak-Kapelle und Cyriak-Garten in der Nachbarschaft zum Messegelände nutzen am Samstag ca. 500 Demonstrierende als Ruheort.
Die Beteiligten zeigten sich erleichtert, dass es zu keinen größeren Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften kam. Kirchengemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Christenmenschen haben - so die Einschätzung - entscheidend zur insgesamt friedlichen Atmosphäre des Protestes beigetragen.
Friederike Spengler dankte den Engagierten mit folgenden Worten: „Danke für alle offenen Kirchen und Gemeindehäuser, für alle Menschen im Ehren- und Hauptamt, die Ansprechpersonen waren, für alle, die Friedensgebete organisiert, Musik gemacht, Seelsorgeangebote vorgehalten, Gebetsketten initiiert, Stände in der Innenstadt zum Fest der Demokratie betreut, Jugendliche begleitet, Worte gefunden und (nicht zuletzt) den ökumenischen Gottesdienst auf dem Anger mit gestaltet haben. Dass das Wochenende so friedlich geblieben ist und so engagiert und kreativ nach Innen und Außen gewirkt hat, ist für mich ein Geschenk des Himmels! Dank an Gott und Dank an Sie und Euch.“