02.05.2026
Versöhnung war ihm ein wichtiges Anliegen: Altpropst Joachim Jäger gestorben
Der langjährige Propst von Erfurt und Nordhausen, Joachim Jäger, ist im April im Alter von 90 Jahren verstorben.
Jäger war von 1994 bis 2000 Propst von Erfurt und Nordhausen. „Joachim Jäger war Seelsorger durch und durch, er predigte verständlich und aufbauend“, würdigte Tabea Schwarzkopf, die Proseniorin des Kirchenkreises Erfurt, Joachim Jägers Wirken. In Erfurt habe er sich unter anderem durch sein Engagement für das Evangelische Augustinerkloster einen Namen gemacht. Das Kloster zu einem Ort der Einkehr zu gestalten, diese Vision, die längst Wirklichkeit geworden ist, wollte er geneinsam mit den Schwestern vom Casteller Ring verwirklichen.
Aber auch in der kirchlichen Friedensarbeit und als Wegbereiter des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung hinterließ Jäger Spuren. Später, in den 90er Jahren, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, spielte er eine tragende Rolle beim Runden Tisch in Nordhausen, wo er mit seiner Familie seit 1977 lebte und als Superintendent tätig war. Dialog und Verständigung waren dem tief gläubigen Christen immer Anliegen. „Christen haben versöhnend tätig zu sein“, so Jägers Überzeugung - auch und gerade nach dem Zusammenbruch der DDR und den daraus folgenden Veränderungsprozessen. Für sein Wirken am Runden Tisch in Nordhausen bekam er 1991 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Jägers Lebensweg war kein gewöhnlicher. Er studierte zunächst Werkzeugmaschinenbau, ein Theologie-Studium schloss er an. Nach einer Pfarrstelle im Mansfelder Land wurde er Studentenpfarrer in Halle.
Joachim Jäger starb am 19. April in Erfurt. Nach einer Trauerfeier im Erfurter Augustinerkloster am 24. April wurde er wenige Tage später in Ludwigslust beigesetzt.