12.05.2026
Zeichen gegen AfD-Parteitag in Erfurt: Kirchenkreis Erfurt unterstützt Aufrufe für Demokratie und Vielfalt
Die AfD veranstaltet am 4. und 5. Juli ihren Bundesparteitag in der Messe Erfurt. Unter dem Dach des Bündnisses „Zusammenstehen - vielfältig, solidarisch, weltoffen“ finden an diesem Wochenende an verschiedenen Orten in Erfurt Aktionen für Vielfalt und Weltoffenheit statt, so zum Beispiel am Samstag zwischen 10 und 18 Uhr auf dem Platz vor dem Theater. Auch die Kirchen zeigen Gesicht.
Die sechs Erfurter Ev. Innenstadtgemeinden Regler, Kaufmann, Prediger, Augustiner, Michaelis und Andreas werden ihre Kirchen am 4. Juli offen halten und Programme anbieten. Der Kirchenkreis Erfurt positioniert sich an diesem Wochenende zudem mit zwei thematischen Gottesdiensten. Am Samstag, dem 4. Juli sind die Erfurter*innen zu einem ökumenischen Gottesdienst für Demokratie und Vielfalt eingeladen (10 Uhr, Bühne auf dem Anger). An ihm nehmen Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, Dechant Michael Neudert, Senior Dr. Rein sowie die Mitglieder des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt, Bodo Ramelow und Michael Hose teil. Einen Tag später, am 5. Juli, gibt es einen Gottesdienst in der Predigerkirche (10 Uhr). Thema: „Für die Würde jedes Menschen“. Er wird von Menschen aus dem Christophoruswerk Erfurt und dem Büro für ausländische Mitbürgerinnen gestaltet. Die Erfurter*innen sind herzlich zu beiden Gottesdiensten eingeladen.
Bereits Mitte April hatte sich der Kreiskirchenrat dafür ausgesprochen, zwei Aufrufe - „Erfurt - Stadt der Freiheit und der Demokratie“ und „Zusammenstehen Erfurt“ - aktiv zu unterstützen. Verfasser des ersten Aufrufs „Erfurt Stadt der Freiheit der Verantwortung und der Demokratie“ ist die Ortsgruppe Erfurt von Weltoffenes Thüringen. Das Bündnis Zusammenstehen ist ein überparteiliches Netzwerk aus Gewerkschaften, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden, Initiativen, Vereinen, Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur und Wissenschaft sowie engagierten Einzelpersonen. Es steht für einen friedlichen, kreativen und vielfältigen Protest der Zivilgesellschaft.
Unter anderem weil am 4. Juli vor 100 Jahren die NSDAP ihren zweiten Reichsparteitag in Thüringen abhielt und die Hitlerjugend an dem Tag gegründet wurde, gibt es massive Kritik an dem Datum.
„Wir Christ*innen können und wollen die Positionen der AfD nicht unwidersprochen hinnehmen“, sagte Dr. Matthias Rein, der Senior des Kirchenkreises Erfurt, dazu. „Wir können und dürfen nicht schweigen. Für uns ist die Würde eines jeden Menschen Maßstab für unser Handeln, unabhängig von seiner Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung“.
Aufruf „Erfurt - Stadt der Freiheit und der Demokratie“
Aufruf „Zusammenstehen Erfurt“