Licht auf Luther - Ein Kirchentagsmotto verbreitet sich

Erfurt wird 2017 am Fest von Christi Himmelfahrt und den folgenden drei Tagen ganz im Zeichen des Kirchentages auf dem Weg stehen. 25.-28. Mai 2017 - das sollten Sie sich im Kalender vormerken! Denn miteinander wollen wir ein neues "Licht auf Luther" werfen, so das Motto des Erfurter Kirchentages. Das zugehörige Signet zeigt einen stilisierten Blitz und ist bestimmt vom Gewitter bei Stotternheim, dessen Blitze zum Symbol einer Wende im Leben Martin Luthers wurden. Über Wende und Umkehr heute nachzudenken, sich auszutauschen und nach Gottes Willen zu fragen, ist Ziel des Kirchentages in Erfurt.

Wenn Sie auf dieser Seite rechts bei "Reformationsjubiläum" auf das Signet klicken, finden Sie viele weitere Informationen zum Kirchentag auf dem Weg.

 

AFD-Broschüre zum Islam

Die Thüringer Landtagsfraktion der AFD hat in diesen Tagen eine Broschüre zum Islam veröffentlicht, die in 100 000 Exemplaren kostenlos verteilen werden soll. Zugleich steht die Broschüre im Internet zum Download bereit. Binnen weniger Tage wurde sie in großer Stückzahl abgerufen. Die AFD spricht von einer "Aufklärungskampagne" und möchte "eine Debatte über den Islam erzwingen".
Im Grundsatz ist es gut, wenn die politischen Parteien sich an dieser Debatte beteiligen. Sie ist ohnehin längst im Gange. Doch statt eine ausgewogene Darstellung zu präsentieren, intensiviert die AFD hiermit ihre Polemik gegen den Islam. Offensichtlich möchte unterstreichen, dass der Islam nicht zu Deutschland passt und mit dem Grundgesetz unvereinbar sei.
Das Heft beginnt mit einer historischen Darstellung des Islam und seiner Entwicklung, die zwar tendenziös, im Großen und Ganzen jedoch zutreffend ist. Schwieriger wird es, wenn der Autor, der AFD-Referent für Grundsatzfragen Dr. habil. Michael Henkel, auf aktuelle Themen zu sprechen kommt. So sieht er eine "dritte Angriffswelle" des Islam auf Westeuropa. (Mit der ersten und zweiten Welle sind die islamische Frühzeit in Spanien und die osmanischen Eroberungen gemeint.) Dieser Vergleich ist völlig abwegig. Auch die Unterstellung, die aktuelle Entwicklung zeichne sich durch "Terror und Einwanderung" (S.48) aus, ist nur Polemik. Denn in den letzten Jahren sind überwiegend Muslime Opfer islamistischen Terrors geworden; Tausende fliehen zu uns, weil sie den Terror in ihrer Heimat nicht mehr ertragen können. Auch das häufig zu hörende Argument, Muslime könnten "in absehbarer Zeit zu signifikanten Bevölkerungsmehrheiten in wenigstens einigen europäischen Städten, vielleicht sogar Ländern führen" (S. 49) ist reine Panikmache. Zwar gibt es in einigen Vierteln westeuropäischer Großstädte starke muslimische Communities und in London sogar einen muslimischen Bürgermeister, aber die reine Anwesenheit dieser Muslime ist nicht das Problem. (Allenfalls deren mangelnde Integration, zu der die AFD ihren Beitrag leistet.)
Im zweiten Teil der Broschüre wendet sich der Autor einigen konkreten Themen zu. Besonders unerträglich sind seine Überlegungen zu der Annahme, wonach Muslime ihre wahren Absichten hinter einer harmlosen oder sympathischen Fassade verschleiern würden. Gemeint ist, sie akzeptieren formal die Werte des Westens, verfolgen aber insgeheim ihre eigenen Missionsbemühungen. Dieses "Argument" ist nicht neu; es wird "Taqiyya", also Täuschung oder Verstellung genannt. (S. 101f.) Diese "Pflicht zur Lüge" ist perfide, weil sie unterstellt, Muslime würden grundsätzlich lügen. Doch damit wird jeder Dialog unmöglich. Es ist kein Zufall, dass die Nationalsozialisten im sog. "Dritten Reich" den Juden ebenso eine solche, grundsätzliche Verstellung nachgesagt haben.
Übrigens zeigt bereits der Blick in die vorliegende Broschüre, dass das Argument der Taqiyya nicht stimmt. So zitiert der Autor mehrfach islamische Quellen, die schonungslos Einblick in die eigenen Absichten gewähren. So schreiben z.B. die Ahmadiyya, also jene, die in Erfurt eine Moschee planen, in einem Faltblatt, dass gemeinsame Partys von Männern und Frauen verboten sind.
Es wundert nicht, dass viele Menschen an solchen unzeitgemäßen Positionen Anstoß nehmen. Wir brauchen daher Diskussionen über den Islam - wir brauchen aber vor allem Diskussionen und Gespräche mit Muslimen.
Die AFD-Broschüre zum Islam gehört in die Abteilung der sehr kritischen und abgrenzenden Publikationen. Diese Stimmen haben ihre Bedeutung. Jedoch werden wir das Zusammenleben in der Gesellschaft nur fördern, wenn wir Ausgleich und Verständigung suchen. Dass die AFD mit dem Thema Islam Wahlkampf betreibt, wird die notwendige Auseinandersetzung nicht befördern.

Andreas Fincke

Dr. Andreas Fincke ist Erfurter Studierendenpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und leitet die Evangelische Stadtakademie Meister Eckart Erfurt (Regionalstelle Nord der Evangelischen Erwachsenbildung Thüringen). Er vertritt die Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands beim Forum für den interreligiösen Dialog in Thüringen.

 

Die doppelte Fremdheit des Islam

Wer über den Islam spricht, wird zumeist belehrt, dass es "den Islam" gar nicht gibt. Aber die innerislamischen Strömungen und Spaltungen sind derzeit nicht unser vordringlichstes Problem. Viel schwerer wiegt, dass der Islam und alles, was damit zusammen hängt, in den östlichen Bundesländern vergleichsweise fremd sind. Doppelt fremd. Uns ist der Islam als Religion fremd, und uns sind die Kultur und die Lebensgewohnheiten wieder Muslime fremd, weil es vor 1990 praktisch keine Muslime im Osten gab. Anders als in den westlichen Bundesländern, wo man sich langsam an die Gastarbeiter und damit den (zumeist türkisch geprägten) Islam und an muslimische Lebensweisen gewöhnen konnte, geht die Entwicklung in den östlichen Ländern vergleichsweise rasant. Das ist einer der Gründe für den Widerstand vieler Ostdeutscher gegen den Islam. Es braucht Zeit, sich kennenzulernen. Daher wären die muslimischen Gemeinschaften gut beraten, wenn sie den Neubau von Moscheen im Osten mit Fingerspitzengefühl und Geduld betreiben würden. Es reicht nicht, mit viel Geld eine Moschee irgendwo hinzustellen. Man muss auch um die Herzen der Nachbarn ringen. Es reicht auch nicht, sich beim Moscheebauvorhaben auf unsere, im Grundgesetz verbriefte Religionsfreiheit zu berufen. Man muss diese Freiheit auch in der eigenen Familie (und gegenüber den Töchtern!) leben. Es ist nie gut, wenn man sich auf Rechte beruft, die man im eigenen Umfeld verachtet.

Fremd sind die Muslime vielen Menschen im Osten aber auch, weil engagierte Religiosität hier selten ist. Die östlichen Bundesländer sind mit ihrer exorbitanten Konfessionslosigkeit und ihrer religiösen Gleichgültigkeit ohnehin ein seltsames Pflaster - erst recht, wenn fromme Muslime sich nicht scheuen, ihre Religion ernsthaft und sichtbar zu leben. Wenn zahlreiche Männer sich zum muslimischen Freitagsgebet versammeln keimt in der Nachbarschaft schnell die Sorge vor Extremisten auf. Weil wir Religion in der Öffentlichkeit kaum kennen. Im Osten ist ein muslimisches Freitagsgebet genau so fremd, wie eine katholische Fronleichnamsprozession. Doch was heißt das für unsere Kirchengemeinden? Die Gemeinden sollten sich mit dem Islam beschäftigen und Kontakt zu Muslimen suchen. Gewiss ist das nicht einfach. Schon die leidige Frage, wer zur Begrüßung wem die Hand geben kann, kostet Nerven. Wir brauchen dennoch dringend solche Begegnungen. Gastfreundschaft ist gerade für Menschen aus orientalischen Ländern ein hohes Gut. Nur wenn man sich kennt und gemeinsam Tee getrunken hat, kann man auch kritische Fragen ansprechen. Den Kirchengemeinden kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu, weil sie vermitteln können: Muslimischen Kreisen können sie erklären, warum uns die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie viele persönliche Freiheiten einschließlich der Religionsfreiheit so wichtig sind. Und warum etliche Menschen Zweifel hegen, ob diese Freiheiten ausgerechnet in einer sehr strengen Religion gut aufgehoben sein können. Der Öffentlichkeit hingegen könnten Christen erklären, dass unser lauwarmer Zugang zur Religion nicht maßgeblich ist. Denn religiöser Glaube in seiner Tiefe erfasst immer den ganzen Menschen.
Jedoch: Nirgends auf der Welt stehen so viele Menschen religiösen Fragen derart gleichgültig gegenüber, wie in den östlichen Bundesländern. Diese missliche Lage birgt auch eine Chance. Denn Muslime und Christen, beide gemeinsam, stehen der konfessionslosen Mehrheitsgesellschaft gegenüber. Das könnte sie einander näher bringen. Das könnte den Blick für Gemeinsamkeiten öffnen. Das könnte zum Modell für interreligiöse Begegnungen werden. Könnte es. Aber wir müssen die Chance ergreifen. Da wir als Christen glauben, dass Gott alle Menschen geschaffen hat, dürfte es möglich sein, auch im muslimischen Nachbarn ein Geschöpf Gottes zu sehen.
Und die Muslime? Auch sie könnten von der besonderen Lage in den östlichen Bundesländern etwas lernen. Denn hier zeigt sich, dass die sogenannten "Ungläubigen" eben nicht die Juden oder Christen sind, die es in vielen islamischen Ländern leider sehr schwer haben, sondern jene, denen Gott wirklich gleichgültig ist.
Wer Moscheen baut, richtet sich auf ein längeres Verweilen ein. Wer verweilen will wird jedoch nur Frieden finden, wenn er auch fragt, was die Nachbarn bewegt.

Andreas Fincke, Erfurt

 

Internationales Jugendcamp in den Sommerferien

Die Evangelische Jugend Erfurt lädt vom 25.6. bis 2.7.2016 interessierte Jugendliche zum internationalem Jugendcamp "SEE IT, GET IT, DO IT" ein. Eine Woche lang werden sich 40 junge Menschen aus Litauen, Großbritannien und Erfurt mit den Themen Umweltschutz, nachhaltiges Leben und Bewahrung der Schöpfung beschäftigen. Dabei stehen Wanderungen im Naturschutzgebiet , Ausflüge zum Imker und der Bau eines Insektenhotels ebenso im Programm wie interkulturelle Abende, erlebnispädagogische Angebote, Spaß, Action und Kreatives! Das Jugendcamp wird im Lutherpark (Steigerwald bei Erfurt) stattfinden und kostet 150,- EUR (Verpflegung, Programm und Unterkunft). Um an der Jugendbegegnung teilzunehmen musst Du mind. 16 Jahre alt sein.

Anmeldung über Christian Schmalz.

 

Evangelische Gottesdienste im Juni

Im Juni läuft die Sonne auf ihrer höchsten Bahn. Sie ist stark und kräftig geworden und beschert uns die längsten Tage und die kürzesten Nächte des Jahres. Alles atmet Lebenskraft in dieser Zeit. Zur Sommersonnenwende als Jahreshöhepunkt wird der Johannistag am 24. Juni gefeiert, das Gedächtnis Johannes des Täufers als des Vorläufers des Herrn. Von nun an neigt sich das natürliche Jahr abwärts. So muss Johannes abnehmen, damit der zunehme, der "mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht" erscheinen wird. In Alach können Sie eine um 17.30 Uhr eine Andacht zum Johannisfeuer besuchen, in Kirchheim und in der Erfurter Martini-Kirche musikalische Andachten zum Johannistag. Alle Gottesdienste im Monat Juni finden Sie hier zum download.

(Bild: St. Severi-Kirche Kleinrettbach)

 

Aufruf des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt

an alle Gemeindemitglieder und alle Erfurterinnen und Erfurter, die etwas zur Gestaltung einer freundlichen Willkommenskultur beitragen wollen.

Im letzten Jahr sind viele Geflüchtete zu uns gekommen, und noch immer kommen Menschen aus Kriegsgebieten zu uns. Inzwischen haben wir uns an die neuen Gesichter in unserer Stadt gewöhnt. Oder auch nicht? Viele fragen sich, ob und wie sie sich integrieren werden.

Zur Orientierung in ihrer neuen Umgebung hilft es sehr, wenn Menschen, die hier leben, den Geflüchteten zur Seite stehen. Eine Patenschaft ist die beste Integrationshilfe. Als Christinnen und Christen kennen wir das Patenamt, um Menschen ein Stück des Weges hilfreich zu begleiten. Mit Patenschaften gehen wir eine Bindung auf Zeit ein. Weiterlesen…

 

Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

In immer neuen Bildern entfaltet der Prophet Jesaja Gottes Treue zu seinen Kindern. Sie gipfeln in der Zusage: "Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" und in der Ankündigung des zukünftigen Friedens für Jerusalem. Das ist eine Dimension von Trost, die ein "Alles wird gut" übertrifft. Gott sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache. Wie eine Mutter erbarmt er sich ihrer.

Wenn ich ihn beim Wort nehme, werden sich mir neue Horizonte auftun. Für mein eigenes Leben und für Menschen, die sich nach Trost sehnen. Wie die goldenen Punkte und Striche, die die Künstlerin Stefanie Bahlinger über ihre Grafik verteilt, kann sich Trost jetzt ausbreiten. Ob ich noch ganz bei Trost bin? - Bestimmt nicht immer! Die goldene Ellipse, Zeichen für den umfassenden Trost Gottes, ist wie ein Auge: Gott sieht mich, auch wenn ich ihn in meiner Not vergesse. Und wie eine Kompassnadel, die mich immer wieder neu auf ihn hin ausrichtet. Damit ich erkenne: Mit ihm bin ich ganz bei Trost.

Senior Dr. Matthias Rein hat zum Jahreswechsel für die Thüringische Landeszeitung seine Gedanken zur Jahreslosung aufgeschrieben. Er möchte sie hier mit Ihnen teilen.

 

Kontakt

Evangelischer Kirchenkreis Erfurt

Vorsitzender des Kreiskirchenrates
Senior des Evangelischen Ministeriums
Dr. Matthias Rein

Schmidtstedter Straße 42
99084 Erfurt

Fon 0361 - 550 76 11
Fax 0361 - 550 76 19
info@evangelischer-kirchenkreis-erfurt.de

Kreiskirchenamt Erfurt

Amtsleiterin
Ulrike Lehmann

Schmidtstedter Straße 42
99084 Erfurt

Fon 0361 - 598 72 20
Fax 0361 - 598 72 14
ulrike.lehmann@ekmd.de

 

Herzlich Willkommen

Erfurt ist schön - sagen die Erfurterinnen und Erfurter, die hier geboren sind und gern hier leben.

Erfurt ist schön - sagen die Menschen, die hierher kommen um heimisch zu werden oder die Stadt zu besuchen.

Erfurt ist schön - dazu tragen die evangelischen Christinnen und Christen, die Kirchengemeinden, die vielen kirchlichen Aktivitäten und Initiativen und natürlich die schönen Kirchen in Stadt und Umkreis bei.

Auf unseren Internetseiten wollen wir Ihnen einen Eindruck von dem vielfältigen evangelischen Glaubensleben in unserer Region vermitteln.

Wir freuen uns auf Sie!
Dr. Matthias Rein
Senior im Evangelischen Kirchenkreis Erfurt

 

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Losung & Lehrtext

02.07.2016
HERR, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren. Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.
Psalm 30,4 Kolosser 1,13

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de.
Weitere Informationen finden sie hier. Herrnhuter Losungen


 

Kirchengemeinden


 

Reformationsjubiläum

 

Aktuelles

 

Kalender

Mär 21 Verlässlich geöffnete Kaufmannskirche
Erfurt, Mo. 21.03.16
bis 10.11.16
Mai 18 39. Orgelkonzertreihe
Erfurt, Mi. 18.05.16
20:00 Uhr
bis 21.09.16
20:00 Uhr
Jun 4 Haken am Kreuz
Erfurt, Sa. 04.06.16
bis 10.07.16
Jun 26 Internationale Jugendbegegnung im Lutherpark
Deutschland/ Erfurt, So. 26.06.16
bis 02.07.16
Jul 1 Sommerfreizeit der Offenen Arbeit Erfurt
Reinsfeld, Fr. 01.07.16
bis 06.07.16