Erklärung von Kirchenkreis und Katholischem Dekanat: Kreuz für politische Kampagne missbraucht

(5. September 2018) — Kirchenkreis Erfurt

Maskiert und mit einem Kreuz haben Gegner des geplanten Moscheebaus in Erfurt-Marbach am vergangenen Sonntag gegen das Bauprojekt demonstriert. Der Senior des Kirchenkreises Erfurt, Dr. Matthias Rein und Dechant Marcellus Klaus vom Katholischen Dekanat Erfurt verurteilten die Aktion in einer gemeinsamen Erklärung.

Hier die am Dienstag veröffentlichte Erklärung im Wortlaut: "Am Sonntag, dem 2.9.2018, protestierte eine kleine Gruppe von ‚Aktivisten‘ gegen den Bau einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Marbach. Sie trugen dabei u.a. ein schwarzes Kreuz durch Marbach. Wir Vertreter der evangelischen und römisch-katholischen Kirche in Erfurt distanzieren uns von der Verwendung eines Kreuzes in dieser politischen Kampagne. 
Das Kreuz steht für den Tod Jesu Christi, der Gottes Liebe gerade auch zu den Ausgrenzten radikal lebte. Es steht für die Überwindung von Todesgrenzen und Versöhnung. Wir Christen bemühen uns um die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Religion und Weltanschauung. Wir respektieren das Recht jeder Bürgers in unserem Land auf freie Religionsausübung. Wir protestieren dagegen, dass sich die ‚Aktivisten‘ gezielt gegen Einwohner in Marbach wenden, die der Kirchengemeinde angehören."

Die Gruppe hatte auch vor dem Haus einer Landtagsabgeordneten halt gemacht und diese lautstark bedroht. Kritik an der Aktion übten neben Rein und Klaus auch die Thüringer Integrationsbeauftragte Mirjam Kruppa sowie die Ahmadiyya-Gemeinde selbst.