Ökumenisches Friedensgebet wird 40 Jahre alt

Ein Bild vom Jubiläum vor 30 Jahren in der Lorenzkirche. Foto: M. Sengewald Vergrößern
Ein Bild vom Jubiläum vor 30 Jahren in der Lorenzkirche. Foto: M. Sengewald

(30.November 2018) — Kirchenkreis Erfurt

Am 6. Dezember feiern der Kirchenkreis und das Bistum Erfurt ein großes Jubiläum: Seit nunmehr 40 Jahren findet immer donnerstags in der Lorenzkirche am Anger das ökumenische Friedensgebet statt. Es ist das älteste Friedensgebet im ostdeutschen Raum - älter sogar als das berühmte Friedensgebet in Leipzig in der Nikolaikirche.

Oft ist die Gruppe klein, die sich regelmäßig in der Lorenzkirche trifft, um konfessionsübergreifend über das Thema Frieden nachzudenken, zu singen, Lesungen aus der Bibel zu hören und zu beten - und das ohne Unterbrechung immer donnerstags, seit dem ersten Friedensgebet im Dezember 1978 am selben Ort. 
18 Frauen und Männer - Vorbeterinnen und Vorbeter - gehören derzeit zu der Gruppe, deren Anfänge weit, bis in die DDR, zurückreichen.
Damals, 1978, waren die anfangs spontan einberufenen Gebete eine sehr spezielle und vor allem konsequente Form des Protests. Erfurter Christen "antworteten" damit auf die Einführung des Wehrkunde-Unterrichts an den staatlichen Schulen durch die damalige Bildungsministerin Margot Honecker. Die vom Staat verordnete, schleichende Militarisierung der Jugend - für viele Christen, auch in Erfurt, ein absolutes "no go". Sie äußerten Ihre Ablehnung unter anderem, indem sie Eingaben und Protestbriefe an staatliche Stellen schickten. Als das nichts half, suchten sie einen anderen Weg, die eigene Ohnmacht, das innere Aufbegehren in aktives Handeln umzuwandeln: die Friedensgebete waren geboren.
"Ich habe als Schüler einer 8.Klasse die Einführung des Wehrkundeunterrichts in der DDR 1978 erlebt", erinnert sich Dr. Matthias Rein, der Senior des Kirchenkreises Erfurt. "Wir haben es als Ausdruck einer zunehmenden Militarisierung des alltäglichen Lebens in der DDR wahrgenommen und ablehnt", sagt er.
Heute, viele Jahre später, sind es ebenfalls oft aktuelle Bezüge, die die Menschen zum Gebet zusammenkommen lassen. "Wie wir beten sollen, das steht in der Bibel. Was wir beten sollen, das steht in der Zeitung", beschreibt Matthias Sengewald die Motivation der Gruppe. Seit er 1986 als Jugendwart nach Erfurt kam, gehört er zu dem Netzwerk aus aktiven Betern, die sich Woche für Woche in der Lorenzkirche einfinden.
Übrigens: Wer mitmachen möchte, ist willkommen. Draußen vor der Kirche steht jeden Donnerstag ein großes Schild mit dem berühmten Logo "Schwerter zu Pflugscharen" und der Einladung, 30 Minuten für den Frieden zu beten. Anlass dafür gibt es genug: Die Welt ist heute nicht friedlicher ist als vor 40 Jahren, als die ersten Friedensgebete in Erfurt stattfanden.

Termin: 40 Jahre "Ökumenisches Friedensgebet" 
Donnerstag, 6. Dezember 2018, 17 Uhr 
Lorenzkirche am Anger, Erfurt

www.friedensgebet-erfurt.de


 


 

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Losung & Lehrtext

23.02.2019
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von Most triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Ich will die Gefangenschaft meines Volkes Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen. Der Seher Johannes schreibt: Ein Engel zeigte mir auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Amos 9,13-14 Offenbarung 22,2

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