06.02.2024
Verborgen und enthüllt: Kunst zur Passionszeit von Julia Ludwig in der Erfurter Michaeliskirche

"Seh-Fasten" in der Passionszeit: Der Kirchenkreis Erfurt wird auch in diesem Jahr mit einer Kunstaktion in einer der ältesten Kirchen Erfurts den Altar verhüllen. Am 17. Februar wird "Kalymma" mit einer Vernissage eröffnet.

Zieht da ein Sturm auf oder ab? Oder naht gar das Ende der Welt? Die Künstlerin Julia Ludwig zeigt uns ab 17. Februar in der Michaeliskirche Erfurt eine Himmelserscheinung - so dunkel wie bedrohlich, erschreckend und faszinierend zugleich. Man möchte sich abwenden angesichts der Wucht der Erscheinung und muss doch hinschauen, so groß ist der Sog, den die ganz in schwarz und weiß gehaltene, großformatige Kohlezeichnung entwickelt.
„Verborgen und Enthüllt - Kalymma“ (altgr.: Hülle) lautet der Titel einer Kunstaktion, die der Evangelische Kirchenkreis Erfurt jedes Jahr während der Passionszeit in der Erfurter Micheliskirche veranstaltet. Dabei ist der Altar der Kirche verdeckt - in diesem Jahr von einer Arbeit der in Erfurt aufgewachsenen, aber in Berlin lebenden Künstlerin Julia Ludwig. Der Evangelische Kirchenkreis Erfurt greift mit „Kalymma“ die Tradition des „Hungertuches“ auf. Einst war der Altar in der Passionszeit vor den Blicken der Gemeinde verborgen – die Augen der Gläubigen waren so zum „Seh-Fasten“ gezwungen.
Julia Ludwig reiht sich mit ihrer Arbeit in eine Auswahl renommierter Künstler ein, die im Rahmen von Kalymma in den Vorjahren, ebenfalls in der Passionszeit, in der Michaeliskirche ausgestellt haben: so z.B. Harald Reiner Gratz, Moritz Götze und Jost Heyder.
Die diesjährige Künstlerin Julia Ludwig (geb. 1982 in Leipzig) absolvierte ein Studium der Malerei und Grafik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Diplom 2009, Abschluss Meister- schüler 2011). Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Öffentliche Vernissage am Samstag, dem 17. Februar 2024, 16 Uhr
Michaeliskirche Erfurt
Zu sehen bis Gründonnerstag, 28. März (Mo. bis Sa. 11 bis 16 Uhr) in der Michaeliskirche.