10.05.2024
Wie sozial ist Erfurt: Erfurter OB-Kandidat*innen stellten sich kirchlichen Mitarbeiter*innen vor

Wie viele andere Institutionen auch, lud auch der Kirchenkreis die Bewerber*innen für das Amt des Oberbürgerrmeisters zu einer Befragung ein. „Tu deinen Mund auf für die Schwachen“ lautete das Thema der gut besuchten Podiumsdiskussion im Johannes-Lang-Haus in Erfurt.

Ulrike Greim, Moderatorin und Rundfunkbeauftragte der EKM, positionierte zu Beginn der Veranstaltung die Leitplanken für den Ablauf des Abends. Man setze auf die „Kraft der Begegnung“ und den gemeinsamem Austausch, fair und auf Augenhöhe. An diesem Abend gelte es, auch andere - kontroverse - Meinungen als die eigene auszuhalten. Zuhören, ausreden lassen, keine Pöbeleien, dies seien die Regeln. Dieser Vereinbarung stimmte sowohl das Publikum im Saal, als auch die Diskutanten zu Beginn aktiv zu. Draußen demonstrieren derweil Kritiker*innen, die vor rechtem Gedankengut und einer Verharmlosung faschistischer Ideen warnten.
In den folgenden zwei Stunden hatten Andreas Bausewein (SPD, amtierender Oberbürgermeister), Jana Rötsch (Mehrwertstadt), Andreas Horn (CDU), Stefan Möller (AfD), David Maicher (Grüne) und Matthias Bärwolff (Link) Gelegenheit, ihre Positionen zu sozialen Themen darzulegen. Wie finden Menschen in Erfurt auch künftig bezahlbaren Wohnraum, welche Hilfsangebote stehen für Obdachlose zur Verfügung und wie sieht eine gute Bildungspolitik aus - über diese Themen wurde intensiv debattiert. Moderatorin Ulrike Greim führte routiniert durch den Abend. Immer wieder versuchte sie, anhand konkreter Fälle zuzuspitzen und so die Positionen der Bewerber*innen herauszukitzeln. Viel Einigkeit in grundsätzlichen Fragen war erkennbar - so zum Beispiel beim Thema frühkindliche Bildung. Hier stimmten alle Kandidat*innen zu, dass in diesem wichtigen Bereich trotz zurückgehender Kinderzahlen keinesfalls gespart werden dürfe.