28.02.2013
Ökumenischer Weltgebetstag am 1. März überall in Erfurt

Abgesehen von den Feiertagen im Kirchenjahr gibt es wohl kein Ereignis in den Erfurter Gemeinden und Kirchen, das in solcher Breite gefeiert wird wie der Weltgebetstag. Weltweit ist er die größte ökumenische Laienbewegung und wird an jedem ersten Freitag im März in 170 Ländern begangen.

„Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“ – so lautet in diesem Jahr das Motto des Weltgebetstages. 2013 kommt es aus Frankreich. Frauen aus sechs christlichen Konfessionen haben dort Texte, Lieder und Gebete für den Gottesdienst zusammengestellt. Sie geben biblische Impulse und berichten von guten sowie schwierigen Zuwanderungsgeschichten: Was bedeutet es, Vertrautes zu verlassen und plötzlich „fremd“ zu sein?
 
Neben Informationen zum Weltgebetstagsland gehört in den meisten Erfurter Gemeinden auch ein gemeinsames Essen nach Rezepten der jeweiligen Küche dazu.
 
Hier eine Auswahl von Gottesdiensten und Feiern in Erfurt:
 
Andreaskirche, Andreasstraße, 17 Uhr 
Augustinerkloster, Augustinerstraße (Kapitelsaal), 15 Uhr
Bindersleben, Flughafenstr. 83, 19 Uhr
Büßleben, Pfarrhaus, 19.30 Uhr
Gispersleben, Gemeindehaus Zittauer Straße, 19 Uhr
Eben-Ezer-Kapelle, Magdeburger Allee 10, 19 Uhr
Gustav-Adolf-Gemeindezentrum Erfurt-Südost, Singerstr.1, 19 Uhr 
Die Gemeinden Kaufmann, Lorenz & Regler zusammen im Gemeindezentrum Ludolfweg 10, 19 Uhr
Marbach, Gemeindehaus Petristr. 1, 19 Uhr
Reglerkirche, Bahnhofstraße, 19 Uhr
Salomonsborn, Bürgerhaus Herrenstraße, 19.30 Uhr
Thomaskirche, Schillerstraße,19 Uhr
Walschleben, 19.00 Uhr 
Und am 2. März:
Bindersleben, Flughafenstr. 83, 10.30 Uhr: Weltgebetstag für Kinder
 
Hintergrund:
Im Weltgebetstagsland Frankreich, wo zwischen 50 und 88 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch sind, ist die strikte Trennung zwischen Staat und Religion in der Verfassung verankert. Das Land gilt seit 1905 als Modell für einen laizistischen Staat. Sehnsüchtig blickt manche Frau aus anderen Ländern auf die Französinnen, die dank gut ausgebauter staatlicher Kinderbetreuung scheinbar mühelos Familie und Berufstätigkeit vereinbaren. Dennoch bleiben Frauen in Frankreich, die durchschnittlich 18 Prozent weniger verdienen als die Männer, wirkliche Führungsposten in Politik und Wirtschaft oft verwehrt. Schwer haben es häufig auch die Zugezogenen, meist aus den ehemaligen französischen Kolonien in Nord- und Westafrika stammend, von denen viele am Rande der Großstädte leben. Geschätzte 200.000 bis 400.000 sogenannte Illegale leben in Frankreich. Spätestens seit in Paris zwei Kirchen von “sans-papiers” (Menschen „ohne Papiere“) besetzt wurden, ist ihre Situation in der französischen Öffentlichkeit Thema.
 
 

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Motiv Weltgebetstag 2013 Frankreich. Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen, Anne-Lise Hammann Jeannot, © WGT e.V.